Beschreibung: Erfurt. die Landeshauptstadt des Freistaates Thüringen war schon im Mittelalter ein wichtiger Handelsplatz an der via regia (Königsstraße), die von Paris, Frankfurt, Fulda nach Erfurt und weiter nach Leipzig und Krakau führte. 742 | wurde Erfurt auf Vorschlag von Bonifatius Bischofssitz, später aber Teil des Erzbistums Mainz. | 1060 | benediktinische Klostergründung St. Peter und Paul auf dem Petersberg. | 1103 | Baubeginn einer dreischiffigen Pfeilerbasilika nach der Hirsauer Bauschule. | 1127 | Fertigstellung der größten und ältesten romanischen Kirche Thüringens. | 1392 | bis 1816 bestand die alte Erfurter Universität. Im 14. Jahrhundert war Erfurt mit über 15 000 Einwohnern die sechstgrößte deutsche Stadt. Es gab ca. 90 Kirchen und 36 Klöster. | 1501 | bis 1505 war Martin Luther hier Student der Philosophie und der Rechtswissenschaften. | 1505 | trat er in den Augustiner - Eremitenorden ein. | 1507 | Priesterweihe im Dom. |
Als Besonderheit im europäischen Maßstab gilt die Krämerbrücke über die Gera. Sie ist die längste, geschlossen mit Häusern bebaute Brücke Europas und wurde bereits im 12. Jahrhundert erwähnt. Dom und Severikirche prägen heute das Erfurter Stadtbild. Der Dom als katholische Bischofskirche wurde im Wesentlichen 1465 vollendet. Im Inneren birgt er wertvolle Kunstschätze: den hohen Chor mit seinem Gestühl von 1360/70, mittelalterliche Bleiglasfenster, 1370 - 1420 entstanden, die älteste, freistehende bronzene Leuchterfigur "Wolfram" von 1160 und die größte, freischwingende Glocke Mitteldeutschlands "Gloriosa". Bezüge zum Klosterpfad finden sich auch in Weimar. Die jetzige "Franz-List-Musikhochschule" war eine Franziskanergründung von 1453. Nördlich von Weimar liegt die sehenswerte Ordensburg Liebstedt. In der Ortslage von Neuditendorf fällt uns die Systematik einer Siedlung der Herrenhuter Brüdergemeinde auf. Der Betsaal, die typische Anordnung des Friedhofes und das Zinzendorfhaus als ehemaliges Jungfrauenhaus sind weitere Beispiele. Auch Stotternheim sollte erwähnt werden als historischer Einschnitt im Leben Martin Luthers: Am 2. Juli 1505 geriet er hier auf dem Rückweg von Mansfeld in ein heftiges Gewitter. "Hilf Du, Sankt Anna, ich will ein Mönch werden." soll Luther hier ausgerufen und am 17. Juli das Gelübde mit dem Eintritt in das Augustiner-Eremitenkloster in Erfurt eingelöst haben. |