| Info | | Beschreibung: Der Stadt an der Ohra kommt eine besondere Bedeutung zu, da Winfrid-Bonifatius hier um 724 sein erstes Kloster auf thüringischen Boden gründete. Wer war dieser "Apostel der Deutschen"? Der um 672 bis 675 im Königreich Wessex geborene angelsächsische Mönch Winfrid verließ 716 Angelsachsen, um sich der Mission auf dem Festland zu widmen. Papst Gregor II. beauftragte ihn am 15. Mai 719, dem Namenstag des Hl. Bonifatius, mit der Germanenmission. Bonifatius bereiste auf dem Rückweg zunächst Bayern und Thüringen und wandte sich nach dem Tode Radbots wieder nach Friesland, wo er als Schüler des Friesenmissionars Willibrord wirkte. Wir finden ihn in Hessen, wo er in Amöneburg und Fritzlar Missionsstationen gründete, 722 vom Papst Gregor II. zum Missionsbischof ohne festen Bischofssitz geweiht wurde und 723/724 die berühmte Domareiche von Geismar fällte. Um 725 gründete er sein erstes Kloster in Thüringen, Ohrdruf, wie es sein Biograf Willibald bald nach seinem Tode, um 760 n. Chr., beschreibt. In diesen ersten Jahrzehnt seines Wirkens in Hessen und Thüringen holte er Mitarbeiter, Mönche und Nonnen aus Angelsachsen in sein Missionsgebiet. - Als er dann 732 zum Erzbischof geweiht wurde organisierte und gründete er die bayerischen Bistümer in Passau, Regensburg, Freising und später Eichstätt, in Hessen Büraburg und in Thüringen Erfurt. Er gründete Klöster in Franken und als krönenden Abschluss 744 sein Lieblingskloster Fulda.
- Seit 743 hat Bonifatius für seine Klöster die Regel des Hl. Benedikt eingeführt, dessen Ordensregel man mit dem Satz: "ora et labora - bete und arbeite" zusammenfassen kann.
- Ohrdruf baute sich schon 777 n. Chr. seine erste Pfarrkirche "St. Petrus" auf der gegenüberliegenden Seite der Ohra, dem Platz des heutigen Schlosses Ehrenstein.
980 wurde an der Peterskirche ein Chorherrenstift errichtet, das 1344 nach Gotha übersiedelte. 1463 kam der Karmelitenorden nach Ohrdruf an die St. Peterskirche 1523 wurde das Kloster im Zuge der reformation aufgelöst. Erst 1991 kehrten die Karmeliten nach Ohrdruf zurück und gründeten im Gelände der Katholischen Pfarrkirche St. Petrus ein kleines Kloster, das 2007 wieder aufgelöst wurde. 1871 wurde im Schloss Ehrenstein eine Höher Schule eingerichtet. Ab 1924 war die Stadt Ohrdruf Eigentümerin des Schlosses. 1935 wurde im Westflügel ein Museum eingerichtet.
Bedeutende Persönlichkeiten in Ohrdruf: - nach 730 war Lullus, der Nachfolger des Hl. Bonifatius auf dem Bischofsstuhl in Mainz, als Student in Ohrdruf. Er schrieb im Brief 103 der Sammlungen der Briefe des Bonifatius: "...Seitdem ich, ... um zu lesen und zu forschen..., nach Thüringen gekommen bin..."
- 961 Aufenthalt von Kaiser Otto I. in Ohrdruf beurkundet.
- 1695-1700 lebte Johann Sebastian Bach bei seinem ältesten Bruder Johann Christoph Bach in Ohrdruf. er war hier Schüler im Lyceum und Kurrendesänger.
weitere Einzelheiten zum Wirken des Hl. Bonifatius in Ohrdruf siehe auch www.bonifatius-in-thueringen.de ! |